Die Berliner Zeitung möchte nicht über "saure Froschfresse" und Ulf Poschardt und ihre falsche Zuschreibung an Jan Böhmermann sprechen; sie will auch nicht, dass der Spiegel darüber berichtet und versucht es zu einer Geschichte über Puff-Trinkgeld zu reframen. Bitte schaut dieses Video daher nicht.
"Saure Froschfresse soll angeblich Jan Böhmermann gesagt haben über Ulf Poschart in dieser Szene im Schlag ab Zausch mit Melanie Ahmann. Aber Jan Böhmermann hatte es nicht gesagt und weil er das nicht gesagt hat, die Berliner Zeitung aber keine richtige Stellung abdrücken wollte, kam es jetzt zu einem Urteil. Aber das soll keine Geschichte sein, schon gar nicht eine Geschichte über die Saure Froschfresse, findet jedenfalls die Berliner Zeitung. Die Berliner Zeitung hat nämlich heute dann darüber berichtet, dass Biegel eigentlich keine Geschichte machen sollte über die Saure Froschfresse und schreibt dann in eigener Sache, dass es doch gar nicht um die Saure Froschfresse ging, sondern eigentlich um 600 Euro und zwar um eine Kleinigkeit von 600 Euro. Diese 600 Euro, so schreiben sie dann hier in der Berliner Zeitung, sind ja im Grunde genommen der Betrag, mit dem Jan, das ist so das Friedensangebot, das Trinkgeld beim Puffbesuch zusammen mit seinem Anwalt bezahlen könnte. Wow! Und bei der Stelle sollten wir klarstellen, ich bin nicht der Anwalt, der mit Jan Böhmermann in den Puff geht, um 600 Euro Trinkgeld zu bezahlen. Keines davon, ich bin nicht einmal der Anwalt. Und ich glaube auch, dass der Anwalt von Jan Böhmermann nicht in den Puff geht, um 600 Euro zu bezahlen. Ich glaube, dass er auch gar nicht in den Puff mit Jan Böhmermann geht und da womöglich auch gar nicht in den Puff geht. Punkt. Jetzt merken wir an der Stelle, wie ein überspezifisches Dementi funktioniert oder nicht funktionieren kann. Jedenfalls ist das ein gutes Beispiel dafür, dass das Niveau der Auseinandersetzung nicht gesteigert wird, wenn man jetzt hier versucht, die Geschichte über die Saure Froschfresse runterzubrechen auf eine Kleinigkeit wegen eines 600-Euro-Betrags. Aber was ist denn jetzt wirklich passiert? Wir hatten einen Artikel in der Berliner Zeitung und das Ganze ist schon eine ganze Weile her. Da ging es sinnigerweise darüber, was darf Satire? Und die Berliner Zeitung war der Meinung, dass Jan Böhmermann nicht sagen soll, Saure Froschfresse. Jan Böhmermann hat das aber gar nicht gesagt, sondern Uli Schulz hat das gesagt, was die Berliner Zeitung aber erst später bemerkt hat und dann, das könnte man sagen, klammheimlich, aber gut, immerhin, sie haben es korrigiert und sie haben auch einen Redaktionshinweis unten drunter gesetzt. Das war aber nicht genug für Jan Böhmermann. Jan Böhmermann möchte nämlich, dass eine Klarstellung gedruckt wurde. Er war aber auch bereit zu sagen, auf die Klarstellung, die Richtigstellung zu verzichten, wenn wenigstens die vollen Abmahnkosten bezahlt werden würden, von denen ein Betrag von etwa 600 Euro hier fehlten. Also die 600 Euro sind nicht Schmerzensgeld, sondern das sind nur vorgerichtliche Anwaltskosten, um die es hier geht. Die Berliner Zeitung war damit aber nicht einverstanden. Jedenfalls hat sie nicht darauf reagiert, weder bezahlt noch die Richtigstellung abgedruckt und so kam es dann zu einer Klage. Und diese Klage beim Landgericht Köln wurde entschieden durch ein Versäumnisurteil. Ein Versäumnisurteil ist ein echtes Urteil, was dann entsteht, wenn eine Partei säumig ist, entweder wenn sie keine Schriftsetze einreicht, in der dafür vorgesehenen Frist oder wenn sie zu der mündlichen Verhandlung nicht erscheint."
💬 Discussion
Die Berliner Zeitung möchte nicht über "saure Froschfresse" und Ulf Poschardt und ihre falsche Zuschreibung an Jan Böhmermann sprechen; sie will auch nicht, dass der Spiegel darüber berichtet und versucht es zu einer Geschichte über Puff-Trinkgeld zu reframen. Bitte schaut dieses Video daher nicht.